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Der Teufel wütet in der Rhön: Sagen um Milseburg, Steinwand und Teufelstein

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Die Rhön, ein Ort der Ruhe? Von wegen! Geht es nach alten Sagen, war sie eine Zeitlang alles andere als das. Einige ihrer Erhebungen sind demnach Werke des Teufels. Unter einem Berg soll ein Riese begraben sein.

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Was sich vor hunderten von Jahren in der Rhön abgespielt haben soll, würde uns heute in Angst und Schrecken versetzen. Der Teufel trieb dort sein Unwesen, bis er endlich in die Flucht geschlagen wurde, wie es in Sagen zu lesen ist.

Wer nach der Bedeutung der Namen Milseburg, Danzwiesen, Steinwand und Teufelstein sucht, stößt auf unglaubliche und gruselige Geschichten. Sie erzählen von Hexentänzen, dem Selbstmord eines Riesen und dem Zorn des Teufels.

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Die Milseburg ist einer der Schauplätze dieser Sagen. Der Berg streckt sich 835 Meter in die Höhe. Er prägt das Gesicht der vorderen Rhön.

Ruhig, massiv, nicht zu erschüttern: so wirkt die Milseburg. Vor grauer Vorzeit ging es dort jedoch zur Sache.

Der Autor Gottfried Rehm hat Sagen zusammengetragen, die von dieser turbulenten Zeit berichten. Laut ihnen hat auf dem Berg früher eine teuflische Burg gestanden.

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Unterhalb der Milseburg befindet sich ein winziger Ort. Nur drei Straßen führen durch das Dorf, keine Hundert Menschen leben heute dort. Danzwiesen heißt er, genau so wie die Wiesen, die sich in dessen Nähe am Fuße der Milsburg ausbreiten.

Diese Wiesen waren vor langer Zeit ein Treffpunkt sagenhafter Wesen. Nach Mitternacht zogen Hexen dort alles, was sich bewegte, in ihren Bann. Weder Mensch noch Tier trauten sich dann in die Nähe der Danzwiesen.

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Einer Gruppe Musikanten aus Kleinsassen hat es jedoch überhaupt nichts gebracht, von den fiesen Spielchen der Hexen zu wissen.

Als sie während eines Abends auf dem Heimweg über die Danzwiesen liefen, gerieten sie in die Fänge der mit Zauberkräften ausgestatteten Frauen. Dabei sind die Musiker extra früh losgelaufen, um vor Mitternacht daheim zu sein. Sie hatten eigentlich genügend Zeit.

Doch der Teufel machte ihnen einen Strich durch die Rechnung. Er belegte die Gruppe mit einer bleiernen Müdigkeit. Die Musikanten konnten sich nicht mehr auf den Beinen halt. Sie setzten sich auf den Ringwall der Milseburg und schliefen ein.

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Klar, dass die Hexen sich freuten, als sie auf den Danzwiesen ankamen. Sie machten sich einen Spaß und weckten die Musikanten mit fürchterlichem Gelächter.

Die Gruppe aus Kleinsassen musste zum Tanz der Hexen Musik spielen. Sie sollte für immer in der Macht der grausamen Gestalten bleiben.

Den Musikern lief vor Angst kalter Schweiß über die Stirn. Aus Verzweiflung versuchten sie, fromme und Kirchenlieder zu spielen. Aus ihren Instrumenten kam aber nur Teufels- und Hexenmusik.

Die Hexen wirbelten wie wild umher – ein schauerlicher Anblick.

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Der Niederlage der Hexen folgte der Endkampf des Riesen Mils gegen den heiligen Gangolf. Der Ritter, der im 8. Jahrhundert ermordet worden sein soll, wollte es nicht mehr hinnehmen, dass der Diener des Teufels die Christen der Region quält.

Gangolf schnappte sich einige Ritter und machte sich mit ihnen auf den Weg. Der Plan: Mils auf dessen Burg besiegen.

Fast hätte ein gieriger Bauer den Christen die Suppe versalzen. Ihm gehörte die einzige Wasserquelle, die die Ritter während der Belagerung der Burg nutzen konnten.

Der Bauer witterte das große Geschäft, verlangte für Wasser aus seinem Brunnen mehr als die Kämpfer zahlen konnten.

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Keine einfache Lage für die Ritter. Da sie noch einmal von der Quelle trinken durften, schmiedete Gangolf einen Plan - und sorgte bei den anderen Rittern kurz darauf für Entsetzen.

Gangolf schnappte seinen Helm und füllte ihn randvoll mit Wasser. Zurück bei seiner Truppe, kippte er den gesamten Inhalt auf den Boden. Kein Wunder, dass die durstigen Kämpfer sicht fragten, was das nun sollte.

Doch plötzlich entsprang genau dort, wo Gangolf das Wasser ausgekippt hatte, eine Quelle. Der Gangolfsbrunnen. Ein echter Mutmacher für die Kämpfer. Sie schöpften Wasser und stürmten in Richtung Milseburg.

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Nach dem Selbstmord seines Dieners Mils ging es in der Rhön für den Teufel bergab. Von der Milseburg aus verbreitete Gangolf das Christentum. Er wurde eine Art Popstar seiner Zeit. Die Leute kamen von überall her, hörten Gangolf zu und ließen sich von ihm taufen.

Dem Teufel schmeckte das überhaupt. Er wollte dem Prediger zeigen, wer Chef im Ring ist. Nördlich von Poppenhausen türmte er eine steinerne Wand - die Steinwand - auf, um den Leuten den Weg zur Milseburg zu versperren.

Mitten in die Wand baute der Teufel eine Felsenkanzel. Von dort predigte er selbst, lästerte über Gott und die Heiligen.

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Die Leute waren jedoch nicht so einfältig, dem Teufel auf den Leim zu gehen. Sie durchschauten ihn schnell, knieten nieder und sangen fromme Lieder.

Auf einmal schlug auf der Milseburg eine helle Glocke und auf dem Kreuzberg – einer weiteren heiligen Stätte – strahlte ein großes Kreuz. Mit einem lauten Donnerschlag brach die Steinwand in mehrere Teile.

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Der Teufelsteint könnte aber auch anders entstanden sein. Das behauptet eine weitere Sage. Laut ihr wollte der Teufel Gangolf die Schau stehlen und scheiterte kläglich.

Gangolf hatte begonnen, eine kleine Kirche auf der Milseburg zu bauen. Davon herausgefordert, startete der Teufel den Bau eines Wirtshauses. Oder sollte man lieber Sündenhaus sagen?

Denn der Teufel hatte dem künftigen Wirt einen miesen Auftrag gegeben: Sobald das Wirtshaus fertig ist, sollte der die Leute dazu anspornen, Schlechtes zu tun.

Nur hatte der Teufel nicht damit gerechnet, dass Gott Gangolf unterstützen sollte. Als er mit dem letzten Stein für das Wirtshaus angeflogen kam, stand die Milseburg-Kirche bereits. Jähzornig zertrümmerte er mit dem Stein das fast fertige Wirtshaus. Seitdem bilden die Trümmer den Teufelstein.

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Seitdem ist es um den Teufel ruhig geworden. Die Rhön scheint er zu meiden. Wer die mystischen Orte des Gebirges besucht, sollte sich jedoch nicht zu sicher sein, nicht in die Fänge von Hexen und des Teufels zu geraten.

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Text und Redaktion: Sascha-Pascal Schimmel
Kamera und Schnitt: Joscha Reinheimer

Die zur Illustration genutzten Gemälde stammen von Hugo Reinhart.

Die Reportage basiert auf Sagen, die der Auto Gottfried Rehm gesammelt hat.


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Übersicht

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Kapitel 1 Der Selbstmord eines Riesen und der Zorn des Teufels erschüttern die Rhön

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Kapitel 2 Die Burg des Teufelsdieners

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Kapitel 3 Musikanten im Bann der Hexen

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Kapitel 4 Mils vs. Gangolf: Riese gegen Heiligen

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Kapitel 5 Der Teufel rastet aus

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Kapitel 6 Die Rache des Teufels

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Kapitel 7 Eine Reportage von

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