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Tattooentfernung per Laser in Fulda: Preis, Schmerzen, Dauer - Junge Frau unter Laserbeschuss

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Jeder zehnte Tätowierte in Deutschland hat keinen Bock mehr auf sein Tattoo. Die Entfernung schmerzt allerdings häufig mehr als das Tätowieren – und kostet eine ganze Stange Geld. Eine junge Frau aus Fraumrombach schreckt das nicht ab.

Von Sascha-Pascal Schimmel
für move36-Reportage

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Das Tattoo soll weg
Tattooentfernung: So geht's
Kosten, Dauer, Schmerzen, Narben und Hygiene
Boom und Kritik






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Tattoo Frau Oberarm

Früher verpönt, heute eine Mode wie jede andere: In Deutschland sind – je nach Schätzung – zwischen sechs und zehn Millionen Menschen tätowiert. Davon möchte laut Experten jeder Zehnte sein Tattoo verschwinden lassen.

Es bahnt sich also ein großes Geschäft an. Vor allem weil mittlerweile viele Menschen große, bunte und gut sichtbare Tattoos tragen, die sie nicht ihr Leben lang behalten möchten. move36-Reportage hat eine junge Fraurombacherin bei der Tattooentfernung begleitet.






Foto: Fotolia

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Tattooentfernung Fulda Kundin

Nicole Rasch aus Fraumrombach hat bereits ein paar Lasersitzungen hinter sich. Bunte Blumenmotive umranken ihren rechten Arm. Dieses Tattoo möchte sie loswerden - zumindest der Teil auf dem Unterarm.

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Tattooentfernung Fulda Kundin
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Susanna Offergeld entfernt seit zweieinhalb Jahren Tattoos. Erst als Angestellte, nun ist sie selbständig. Im Juni dieses Jahres hat sie in Fulda ihr eigenes Studio Hautklar Skin Concept eröffnet.

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Tattooentfernung Fulda

Sie schießt mit ihrem Laser auf die Farbteilchen einer Tätowierung. Diese befinden sich in der Regel in der Dermis, der zweiten Hautschicht. Durch Energieimpulse im Bereich von 400 bis 1200 Nanometern zerplatzen die Farbteilchen in noch kleinere Partikel, die das Lymphsystem absorbiert. Mit jeder Behandlung verblasst das Tattoo etwas mehr.

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Tattoo vor und nach den ersten Laserbehandlungen

Das Tattoo von Nicole Rasch ist bereits nach den ersten Behandlungen deutlich blasser geworden.

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Tattooentfernung Farben

Bis ein Tattoo vollkommen verschwunden ist, kann es jedoch dauern und unangenehm sein. Je nach Größe, Farbenvielfalt sowie Alter des Tattoos sind mehr oder weniger viele Sitzungen nötig. Susanna Offergeld spricht von sechs bis zwölf. Zwischen ihnen liegen sechs bis acht Wochen Pause.
 
Wichtig: Nicht alle Farben lassen sich unkompliziert entfernen. "Je dunkler die Farben, desto besser der Lasererfolg", sagt Dr. Hans Bayer, Experte für die Behandlung und Laserentfernung von Tattoos an der Uniklinik Freiburg.

Das Lasern kann mehr als Tausend Euro kosten, also mehr als das Tätowieren. Die Kette Tattoolos rät, das Zehnfache einzuplanen. Bei Susanna Offergeld kostet eine Sitzung ab etwa 70 Euro. "Der Preis richtet sich nach der Tattoogröße", sagt sie.

(Foto: Fotolia, Grafik: Sascha-Pascal Schimmel)

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Fotos: Tattoolos
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Für die Haut ist das Ganze keine Kleinigkeit. Während der Behandlung schmerzt sie, anschließend ist sie äußerst empfindlich – Schutz vor Sonnenlicht ist dann Pflicht – und Schäden durch die Behandlung sind nicht auszuschließen.

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) konnte 2015 "zum ersten Mal zeigen, dass bei der Laserbehandlung eines Tätowierungspigments in wässriger Suspension Stoffe in Konzentrationen entstehen, die hoch genug wären, in der Haut Zellschäden zu verursachen", wie BfR-Präsident Professor Dr. Dr. Andreas Hensel damals mitteilte.

Risiken laut Bundesinstitut für Risikobewertung:

- Hypopigmentierung: es bleibt ein helles Nachbild
- Rötungen, Blasenbildung, Verkrustungen und Abschuppungen
- Narbenbildung
- Eindringen von Infektionskeimen durch die entstehenden Wunden bei unhygienischer Arbeit
- allergische Reaktionen auf das Pigment oder seine Abbauprodukte

Die Deutsche Gesellschaft für Plastische und Ästhetische Chirurgie erachtet solche Komplikationen jedoch als unwahrscheinlich.

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Fotos: Tattoolos
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Tattooentfernung

Susanna Offergeld ist sich bewusst, welche Nebenwirkungen eine Tattooentfernung haben kann. "Narben können bei Fehlbehandlungen durch die behandelnde Person entstehen", sagt sie. "Außerdem wenn der Patient das Tattoo nach der Behandlung nicht richtig pflegt und daran kratzt." Auch könne es ein Problem sein, wenn das Tattoo nicht richtig gestochen wurde oder die Haut schlecht auf die Farben reagiert.

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Tattooentfernung Fulda

Ein Klacks ist eine Tattooentfernung also nicht. In manchen Fällen sollte sie zumindest aufgeschoben werden. "Grundsätzlich sollte die Haut nicht gebräunt sein", sagt Susannan Offergeld. "Kurz nach dem Sommerurlaub ist eine Entfernung tabu." Auch sei davon abzuraten, Kunden zu behandeln, die Blutverdünner nehmen.

Nach der Behandlung empfiehlt Offergeld eine spezielle Creme mit hohem Zinkanteil. "Außerdem sind Enzyme ratsam, Ananassaft oder Wobenzym. Das hilft bei der Ausleitung der Farbe." Die Haut heile zudem besser, wenn  das Tattoo ab dem dritten Tag nach einer Behandlung nicht mehr verbunden ist, also genug Luft dran kommt.

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Dr. Nikolaus Seeber, Vizepräsident der DDL Foto: DDL
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In Zukunft dürfte der Markt für Laserbehandlungen deutlich wachsen. Die Deutsche Dermatologische Lasergesellschaft (DDL) erwartet zwar keinen Boom. "Wir rechnen aber mit einer deutlichen Zunahme des Entfernungswunsches von Tätowierungen und stellen das bereits fest", sagt Dr. Nikolaus Seeber, Vizepräsident der DDL.

Zugleich kritisiert die Gesellschaft, dass nicht nur Mediziner lasern dürfen. "Laserbehandlungen sind medizinische Eingriffe und dürfen nur von Ärzten mit entsprechender Qualifikation durchgeführt werden", sagt DDL-Präsident Dr. Gerd Kautz.

"Durch die falsche Anwendung von Lasergeräten sind in der Vergangenheit bei einer Vielzahl von Patienten schwere Verletzungen entstanden. Die Schäden an der Haut reichen von Verbrennungen über Narben bis hin zur Verschleppung von Hautkrebs. Die Ursachen der Fehlbehandlungen lassen auf mangelhafte Ausbildung, fehlende diagnostische Fähigkeiten und überzogene Erfolgsaussagen schließen."

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Dr. Nikolaus Seeber, Vizepräsident der DDL Foto: DDL
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Tattooentfernung Fulda Hautklar Skinconcept

Susanna Offergeld hingegen sieht sich gut gewappnet. "Ich habe mich vom Hersteller auf dem Gerät, das ich nutze, schulen lassen", sagt sie. "Jedes ist anders und hat andere Funktionen."

Schulungen gebe es in Schulungszentren oder direkt vor Ort. Von einer Ausbildung via Skype, wie manche sie anbieten, rät Offergeld jedoch ab.

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Tattooentfernung Fulda Kundin

Nicole Rasch ist mit der Behandlung durch Susanna Offergeld und dem Ergebnis bisher zufrieden. Dennoch ist sie froh, wenn die letzte Sitzung vorüber ist.

Denn die Behandlung ist nicht unbedingt schmerzfrei. Manche Patienten nehmen vor einer Behandlung mehrere Schmerztabletten.

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Tattooentfernung Fulda Kundin
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Text und Redaktion: Sascha-Pascal Schimmel
Fotos, Videos, Audio: Steffen Hildenbrand


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