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Zauberei aus Fulda: Martino würde gerne den Dom verschwinden lassen

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Zauberer Martino Fulda

Während andere im Büro hocken, lässt er Tische schweben. Martin ist hauptberuflich Zauberer. Als Sechsjähriger hat er den ersten Trick gelernt - heute würde er gerne den Fuldaer Dom verschwinden lassen.

Von Sascha-Pascal Schimmel und Joscha Reinheimer für move36-Reportage

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Zauberer Martino Fulda

Geht Martin seinem Job nach, hat er zuvor eine Verwandlung vollzogen. Der 35-Jährige ist Zauberkünstler - mittlerweile hauptberuflich als Zauberer Martino.

Wer ihm abseits seiner Shows begegnet, würde nicht unbedingt vermuten, dass ihm die Arbeit vor Publikum derart liegt.

Im Gespräch mit anderen meidet Martin Augenkontakt. Er senkt den Blick, dreht den Kopf zur Seite, die Augen wandern über den Tisch vor ihm.

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"Auf der Bühne gebe ich Gas"

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Auf der Bühne ist der 35-Jährige ein anderer Mensch. „Das ist doch nicht der Martin“, haben Verwandte schon gesagt, erzählt der Zauberer. Martin hat die Schüchternheit gegen sein Zauberkünstleroutfit getauscht. Er geht auf sein Publikum zu, bindet es ein. Unsicherheit? Nö!

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Die Faszination für die Zauberkunst erwischt Martin, da ist er noch ein kleiner Junge, der die Grundschule besucht. Zu Weihnachten schenkt seine Tante dem Sechsjährigen einen Zauberkasten.

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Etwa zur selben Zeit sieht der Junge das erste Mal einen Zauberer im Fernsehen. „Das war etwas ganz neues, das mich fasziniert hat“, sagt Martin heute.

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Martin ist begeistert von den verblüffenden Tricks der Zauberer. Er weiß aber auch von Anfang an, dass es eben genau das ist, was er bei anderen sieht oder selbst vollführt: Tricks.

„Durch den Zauberkasten und Sachen, die ich gelesen habe, wusste ich, dass es Kunststücke sind, Tricks, für die man üben muss“, sagt der 35-Jährige. „Es gibt keine wirklich Magie, bei der man etwas mit übernatürlichen Kräften macht.“

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Zwei, vielleicht drei Jahre, nachdem seine Tante ihm den Zauberkasten geschenkt hat, tritt Martin das erste Mal auf, erinnert er sich. Erst einmal im kleinen Rahmen. Es ist die Geburtstagfeier seines Vaters.
 
Einer seiner ersten Zaubertricks: Das chinesische Ringspiel. „Ich habe drei Plastikringe miteinander verkettet.“

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War der Auftritt vor den Eltern keine große Sache, ist Martin vor seinem ersten öffentlichen Auftritt Jahre später schon deutlich nervöser. Auf einem Feuerwehrfest zaubert er vor Kindern.

„Da war die Aufregung natürlich größer“, sagt Martin heute. „Ich war angespannt und hatte Lampenfieber. Dennoch besteht der Zauberer die Feuertaufe. „Der erste Auftritt lief gut. Das war nicht schlecht.“

Heute sind solche Auftritte Routine für Martin. Auf dem Schlaufuchs Sommerfest im Fuldaer Schlosspark verzauberte er Ende Juni die Kinder.

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Bis Martin einen Zaubertrick drauf hat, kann es eine halbe Ewigkeit dauern - manchmal geht es aber auch zackig. Für seine Seilroutine hat er jedenfalls ein Jahr gebraucht.

„Die Seilroutine ist einer meiner schwersten Tricks“, sagt der Zauberer. „Dabei zerschneide ich ein Seil mehrfach, zauberer es wieder ganz - die Enden wandern von einer Seite zur anderen.“

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Mittlerweile verdient Martin mit der Zauberkunst sein Geld. Seit sechs Jahren ist er beruflich Zauberer. Davor ist er jahrelang neben der Schule und später neben der Ausbildung zum Bürokaufmann aufgetreten.

Während dieser Zeit macht sich Martin einen Namen. „Ich habe Kindergärten angeschrieben, mir das Stück für Stück aufgebaut. Von heute auf morgen geht das nicht“, sagt er.

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Irgendwann bekommt Martin immer mehr Auftritte. Bis er sich sagt: „Wenn es so gut läuft, probiere ich es und mache meinen Traum vom Berufszauberer wahr.“ Bisher mit Erfolg: 2016 stand Martin um die 80-mal auf der Bühne.
 
Auf die Zauberkunst beschränkt sich sein Berufsleben jedoch nicht. Fast täglich fällt Büroarbeit an. Martin pflegt die Homepage, geht auf Fortbildungen, lernt neue Tricks und repariert sein Equipment.

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Was unterscheidet Martins Zauberkunst von der der Stars wie David Dopperfield oder die Ehrlich Brothers. „Der Unterschied ist eigentlich die Größe“, sagt der Zauberer aus Fulda. „Die brauchen riesige Bühnen, Lkw zum Transport, einen Menge Assistentinnen. Bei mir passt alles in ein Auto rein.“

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Text und Redaktion: Sascha-Pascal Schimmel
Fotos, Videos, Audio: Joscha Reinheimer


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