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Stadtjubiläum Fulda: Auf den Spuren der alten Stadtmauer

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1275 Jahre Fulda: Auf den Spuren der Stadtmauer

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Rundgang zu den Resten der Fuldaer Stadtmauer

Viel ist ja wirklich nicht übrig von Fuldas Stadtmauer. Wer weiß, wo er zu suchen hat, findet jedoch noch einige Reste. Im Innenhof des Stadtschlosses haben Archäologen jüngst Mauerfundamente freigelegt. Auf den folgenden Seiten zeigen wird dir, wo du noch beeindruckende Überbleibsel der Stadtmauer entdecken kannst.
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Fuldas Stadtmauer: Erst Bollwerk, dann nur noch im Weg

Erst Bollwerk, dann immerhin noch ganz nützlich, am Ende einfach nur im Weg: Im Barock legten die Fuldaer los und rissen ihre Stadtmauer in den folgenden Jahrhunderten größtenteils ein. Dabei hatte die Mauer anfangs extreme Bedeutung für die entstehende Stadt. Noch heute zeichnet sich ihr Verlauf deutlich ab.
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Wer sich eine Vorstellung davon machen will, wie klein Fulda im Mittelalter im Vergleich zur Gegenwart gewesen ist, kann es sich ganz einfach machen. Blatt Papier nehmen, es ganz fest knüllen und das Resultat auf ein glattes Blatt legen. Das dürfte so grob das Verhältnis zwischen der Fläche Fuldas heute und um 1500 wiedergeben.

Fulda ist damals nach unseren Maßstäben mini. Das Leben fand im Prinzip zwischen Buttermarkt und Bonifatiusplatz sowie zwischen Rabanusstraße und Königstraße statt – umgeben von einer stattlichen Stadtmauer.
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Doch der Startschuss für Fulda fiel gar nicht in dem Bereich, den wir heute als Altstadt kennen. Los ging’s etwas mehr in Flussnähe.

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Vor den Fluten der Fulda war das Städtchen an seinem neuen Standort also sicher. Vor Angreifern: nun ja. Anders als die Abtei mit der Ratgar-Basilika – dort steht heute der Dom –, war die Bürgerschaft bis Mitte des 12. Jahrhunderts nicht von einer schützenden Mauer umgeben. Das änderte Abt Marquard I. während seiner Amtszeit von 1150 bis 1165. Er ließ eine 1,7 Kilometer lange und zwischen sechs und sieben Meter hohe Mauer bauen.

Selbstbewusst schrieb Bauherr Marquard: „Das ganze Dorf Fulda habe ich mit einer sehr starken Mauer und einem Wall befestigt, Schanzen errichtet und mit Eisen versehenen Toren aufgerüstet.“

Ziemlich wehrhaft also dieses Ding. Zumindest für die kommenden Jahrhunderte.
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Swipen, um die Hotspots nacheinander anzusehen

Zent-/Blutgericht

Heute befindet sich etwa am selben Platz die Christuskirche.

Jüdischer Friedhof

Ratgar-Basilika

Die Basilika ist die Vorgängerin des Doms. Reste ihrer Türme verbergen sich heute hinter dessen Mauern.

Barfüßer-Kloster

1246 bauten die Fraziskaner mitten in der Stadt eine Kirche und ein Kloster. Dort lebten sie mehr als 300 Jahre. Um 1550 mussten die „Barfüßer“, wie sie volkstümlich hießen, Fulda verlassen.

Kohleßthor und Löhersiedlung

Das Kohleßthor ist einer der wichtigsten Zugänge zur Stadt gewesen. Durch es betraten Händler Fulda, um ihre Ware auf den Märkten zu verkaufen. Direkt vor dem Tor bildete sich eine erste größere Siedlung - die der Lohgerber. Sie verarbeiteten Rinderhaut zu kräftigem Leder.

Wollwebergraben

In der heutigen Kanalstraße hatte sich die Zunft der Wollweber niedergelassen.

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Wie ist es der Stadtmauer eigentlich gelungen, Angreifer abzuwehren? Das ging schon einige Meter vor der Mauer los. Die Angreifer konnten dank der mehrere Meter tiefen Wälle nicht einfach mit ihren Pferden auf sie losstürmen. Den Einsatz von Rammböcken konnten sie sich auch abschminken.

Irgendwann verlor die Mauer jedoch ihre Schutzfunktion für die Bürger Fuldas. Einer neuen Waffe hielt sie nicht stand.
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Warum hat Fulda die Mauer nicht gegen Kanonen aufgerüstet? Möglich wäre es laut dem Archäologen Dr. Frank Verse gewesen. "Allerdings wäre auf die Bürgerschaft ein enormer Aufwand an Kosten, Material und Leuten zugekommen", sagt er.

"Außerdem sah ein geistliches Terrotorium wie das fuldische Prestige nicht in Feldzügen", sagt Verse. "Es wurden lieber Kirchen errichtet und die Infrastruktur ausgebaut."
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Hätte sich Fulda die Mauer ab da also schenken können? Nicht wirklich. Denn so eine Stadtmauer diente nicht nur der Verteidigung. Sie und ihre Tore halfen bei der Zugangskontrolle. Nicht jeder sollte einfach so die Stadt betreten können.

Besonders wichtig ist in diesem Zusammenhang das Kohleßthor, auch Kohlhäuser Tor genannt, gewesen. Wer auf die Märkte Fuldas und dort Handel treiben wollte, wählte häufig dieses Tor als Eingang. Kein Wunder, dass im Vorfeld des Kohleßthors die größte Vorsiedlung des alten Fuldas entstanden ist. Dort stellten die Löher Leder aus Rinderhäuten her.

Als die Landherren die Stadt zunehmend pflastern ließen, kassierten Bürger an den Toren von Fremden Pflastergeld. Mit diesen Einnahmen finanzierte Fulda seinen nicht ganz günstigen neuen Straßenbelag.
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Vor dem Untergang hat das die Stadtmauer von Fulda trotzdem nicht bewahrt. Spätestens im 19. Jahrhundert ging es ihr so richtig an den Kragen.

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Was damals notwendigerweise als überflüssig galt, ist heute für Archäologen und Historiker ein Schatz. Sie fördern die Reste von Fuldas Stadtmauer zu Tage. Die jüngsten Grabungen hat es im Innenhof des Stadtschlosses und an der Dalbergstraße gegeben. Dort haben die Forscher Stufen beziehungsweise das Fundament eines Turms gefunden.

Dem Drang von Menschen wie dem Stadt- und Kreisarchäologen Dr. Frank Verse setzt die Vergangenheit jedoch Grenzen. Was abgerissen worden ist, gibt es einfach nicht mehr. Hier und dort verstecken sich sicherlich noch Reste des Fundaments von Mauer, Türmen und Toren in Fuldas Boden.

Alles andere lässt sich nur durch historische Dokumente mehr oder weniger genau auf Papier rekonstruieren. Einige Unterlagen warten noch auf ihre Auswertung.
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Hier würde Fuldas Stadtmauer heute verlaufen

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Wo früher die Stadtmauer das mittelalterliche Fulda umschlossen hat, stehen heute häufig Gebäude. Manche Häuser ruhen auf dem Fundament der Stadtmauer - zum Beispiel die Adolf-von-Dalberg-Schule am Uniplatz.

Gäbe es die Stadtmauer noch, würde sie mitten durch die Gebäude auf der östlichen Seite der Königstraße verlaufen. Am Ende dieser Straße würde sie einen Knick in Richtung Dalbergstraße machen und parallel zu ihr verlaufen.

Schließlich würde sie den Fuldaern zwischen Peterstor und Heertorplatz den Weg versperren und sich quer über den Uniplatz ihren Weg bahnen.
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